Kosten senken - So behalten Freelancer die Kontrolle über ihre Finanzen!

Einleitung

Kosten stellen in jedem Unternehmen ein Risiko dar. Da Sie bei zu geringen Einnahmen, die ständigen Schwankungen unterliegen, zur Zahlungsunfähigkeit führen können. Aus diesem Grund ist es für jedes Unternehmen essenziell, die Kosten zu senken und regelmäßig zu überprüfen.

Welche Arten von Kosten gibt es?

Um zu wissen welche Kosten gesenkt und eingespart werden können, ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, welche Arten von Kosten existieren und welchen Zweck Sie erfüllen:

  1. Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten sind wiederkehrende Ausgaben, die vertraglich für einen bestimmten oder unbestimmten Zeitraum abgeschlossen wurden.
    Beispiele:

    1. Miete für Haus / Wohnung
    2. Versicherungen
    3. Stromvertrag
  2. Konsum: Beim Konsum geht Geld bei der Anschaffung verloren, ohne dass es einen Gegenwert dafür gibt.
    Beispiele:

    1. KFZ wie Auto oder Mottorad
    2. Ungesunde Ernährung
    3. Kinobesuch
  3. Anlage: Bei Anlagen stagniert das Geld mehr oder weniger und unterliegt nur geringen Wertschwankungen oder es wird Ihnen einen zeitlosen Wert zugesprochen.
    Beispiele:

    1. Gold
    2. Grund & Boden
    3. Immobilie
  4. Investition: Investitionen sind Kosten die dafür sorgen, dass Du das Geld für Dich arbeiten lässt und langfristig noch mehr Einnahmen daraus schöpfen kannst. Häufig sind Investitionen erst nach 1 Jahr wirklich ertragreich.
    Beispiele:

    1. Buy & Hold Strategie von Einzelwerten wie vermietete Immobilien, Aktien oder ETFs und Nutzung der Dividende / Miete.
    2. Kauf und Umsetzung von Wissen in Form von Büchern, Seminaren, Mentoren
    3. Kauf von Personal für die Herstellungs- und Produktionsprozesse
    4. Marketingkosten wie Werbung oder der Repräsentation
  5. Spekulation: Bei der Spekulation handelt es sich um Kosten die dem Prinzip “Hoffnung” unterlegen. Dabei hofft man auf eine Wertsteigerung in der Zukunft, ohne wirklich einen Einfluss auf die Wertentwicklung zu haben.
    Beispiele:

    1. Trading (Handel) von Einzelwerten und Wetten (Optionen) wie Immobilien, Aktien oder ETFs.
    2. Lotto & Glücksspiel
    3. Investitionen ohne Marktkenntnisse. Zum Beispiel, Geld in Werbung zu investieren ohne zu wissen, dass die Zielgruppe einen Bedarf an dem Produkt oder Dienstleistung hat.

Welche Arten von Kosten sind unternehmerisch sinnvoll?

Gerade in schwierigen Phasen oder während der Gründungsphase, ist es notwendig an einigen Stellen kürzer zu treten und bestimmte Arten von Kosten möglichst zu vermeiden. Welche das sind, erfährst du nachfolgend.

Zu vermeiden…

  1. Konsum: Der Konsum dient häufig nur unserer Lustbefriedigung oder Unlustvermeidung und kann für wenige Stunden Spaß machen. Allerdings folgt darauf wieder ein Tief und es wird wieder notwendig seine Lust zu befriedigen. So passiert es, dass wenn man einmal angefangen hat, auf Netflix eine Serie an zu sehen, man häufig gar nicht mehr aufhören kann. Daher macht es Sinn, zumindest für eine bestimmte Zeit, den Konsum komplett einzustellen.
  2. Spekulationen: Spekulationen sind ausschließlich für Marktkenner, die tagtäglich mit Käufern und Verkäufern in Gesprächen sind. Damit kannst Du schnelles Geld verdienen, allerdings auch schnell viel Geld verlieren.

Abwägen…

  1. Verbindlichkeiten: Wiederkehrende Ausgaben schmälern unser Budget und damit unsere Flexibilität das Geld sinnvoll zu investieren. Daher macht es Sinn die Verbindlichkeiten kritisch zu überprüfen und nach Möglichkeit zu vermeiden.
  2. Anlagen: Geldanlagen machen Sinn, wenn man sein Geld vor Verlusten schützen möchte. Es hängt von der eigenen Risikobereitschaft ab, ob das Geld sicher angelegt werden soll oder gewinnbringend investiert werden sollte. Ebenso sollte die Höhe der Anlage mit berücksichtigt werden. Es macht einen Unterschied ob einem 5000, 50.000, 500.000 oder 5.000.000 zur Verfügung stehen, da damit die finanzielle Unabhängigkeit mit einhergeht.

Geld ausgeben für…

  1. Investitionen: Investitionen machen immer Sinn. Auch wenn Sie teilweise mit hohen Kosten verbunden sind und auch hier viel Geld verbrannt wird, führen Sie langfristig zu dem gewünschten Erfolg und regelmäßigen Einnahmen. Hierzu ist es natürlich wichtig aus Fehlern zu lernen und nicht aufzugeben.

Kosten senken - schritt für schritt anleitung

Um deine Kosten langfristig zu senken, ist eine schrittweise Vorgehensweise empfehlenswert, bei der Du den Überblick behältst und die Kontrolle behältst. Gehe dabei wie folgt vor:

  1. Kosten in einem Haushaltsbuch auflisten und Kosten zusammenrechnen
  2. Erinnerung für Kündigung einstellen
  3. Hinterfrage ob die Kosten wirklich notwendig sind
  4. Hinterfrage ob es günstigere Alternativen gibt
  5. Prüfe ob Kosten aufgeteilt werden können
  6. Hinterfrage die Einkaufsmenge

Schritt 1: Kosten in einem Haushaltsbuch auflisten

Ein Haushaltsbuch gibt Dir den notwendigen Überblick über alle deine Ausgaben. Einmal angelegt, kannst Du es immer wieder verwenden um neue Kosten einzutragen oder bestehende Kosten zu prüfen und zu optimieren.

Vorgehen

  1. Alle Kosten in einem Haushaltsbuch (z.B. Excel Tabelle) auflisten und die privaten von den betrieblichen Kosten trennen.Private Kosten
    Spalte 1: Kostenstelle
    Spalte 2: Betrag


    Betriebliche Kosten
    Spalte 3: Kostenstelle
    Spalte 4: Betrag

  2. Berechne die Summe des Betrages jeweils.
  3. Breche Kosten die jährlich oder quartalsweise anfallen auf die jeweiligen Monatskosten herunter.
  4. Lege für Kosten die monatlich schwanken, wie Benzinkosten, ein großzügiges Budget fest.

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Schritt 2: Erinnerung an Kündigung einstellen

Gehe nun jede Kostenstelle einzeln durch und prüfe ob Sie Verbindlichkeit, Konsum, Anlage, Spekulation oder eine Investition ist. Wenn es für dich hilfreich ist, kannst Du die Kostenart in eine dritte Spalte schreiben.

Erstelle für die Verbindlichkeiten eine Erinnerung, damit du an den Kündigungstermin erinnert wirst und rechtzeitig kündigen kannst, sofern Du das zu dem gegeben Zeitpunkt möchtest. Hierzu kannst Du beispielsweise die App Todoist verwenden.

Schritt 3: Hinterfragen ob die Kosten notwendig sind

Nachdem Du deine Kosten eingetragen hast, gehe Zeile für Zeile durch und überlege ob Sie wirklich notwendig sind. Nehme Dir eine Kostenstelle vor und mache mit Dir einen Termin aus, wann Du eine Kündigung schreibst oder ab wann Du darauf verzichtest möchtest. Achte darauf, dich nicht zu überfordern. Es ist schwer auf gewohnte Dinge zu verzichten. Nehme dir daher nur eine Kostenstelle vor, die anderen Kosten kannst Du zu einem späteren Zeitpunkt angehen.

Speziell die folgenden Kosten lassen sich gut senken oder gar vermeiden:

  1. Kleidung: Kleidung machen bekanntlich Leute. Auch wenn Sie wichtig sind um sich selbst wohl zu fühlen, sind die Kosten dafür häufig zu hoch und die Kleidung zu selten getragen. Setzte dir ein monatliches Budget für Kleidung und lasse Dir 3 Tage mit der Kaufentscheidung Zeit, um einen Impulskauf zu vermeiden.
  2. Versicherungen: Aus Angst das irgendetwas passieren könnte, sind wir Deutschen bis unter die letzte Schublade versichert. Doch sind die Versicherungen wirklich sinnvoll? Prüfe ob die Gefahren die abgesichert sind, für dich wirklich existenzbedrohend sind.
  3. Multi Media und Spiele: Spiele und Multi Media dient deiner Unterhaltung. Aber unterstützen Sie dich bei der Erfüllung deiner persönlichen Ziele?
  4. Kontoführungsgebühren: Viele Direktbanken bieten kostenfreie Girokonten und Tagesgeldkonten an. Kontoführungsgebühren können vermieden werden.
  5. Vermittlungs- und Maklerkosten: Merke dir: Berater kosten Geld. Verkäufer Zeit. Überlege Dir genau von wem Du dich beraten lässt. Kostenfreie Beratungen ziehen meist hohe Produktkosten nach sich und machen viele Investitionen unrentabel. Es ist meist erfolgsversprechender, einmalig Geld für Finanz-, Immobilien-, Versicherungs-, Unternehmens-, Steuer- und Rechtsberater auszugeben und anschließend selbst einzukaufen.
  6. Auto: Überlege ob du wirklich ein Auto brauchst. Ein Fahrrad oder die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sind wahre Kostenersparnisse.
  7. Rauchen, Alkohol & zu viele Süßigkeiten vermeiden
  8. Zu viel Kaffee: Kaffee ist relativ teuer und wird häufig überkonsumiert. Ein, Zwei Tassen weniger am Tag tuen es auch.

Schritt 4: Nach günstigeren Alternativen ausschau halten

Es muss nicht unbedingt gleich der komplette Verzicht sein. Auch mit günstigeren Alternativen kannst Du viel Geld sparen und damit deine Kosten senken, ohne dabei große Qualitätseinbußen zu haben. Frage Bekannte, was Sie ausgeben und nutze Vergleichsportale um einen guten Überblick zu erhalten. Bei den folgenden Kosten lässt sich häufig eine wesentlich günstigere Alternative wählen, ohne an Produktqualität einbüßen zu müssen:

  1. Lebensmitteleinkauf beim Discounter statt im Supermarkt.
  2. Versicherungen
  3. Strom
  4. Heizkosten: Verwende smarte Heizungsadapter um nur zu heizen, wenn tatsächlich jemand im Haus ist.
  5. Internet
  6. Mobilfunk
  7. Wahl des Autos: Häufig sind die Billigmarken im Besitz von den Premium Anbietern und haben die gleichen Bauteile verbaut.
  8. Wohnungsmiete und Transport:  Ein Umzug in eine andere Gegend die dem Arbeitsplatz näher gelegen ist, kann die Wohnungsmiete und die Fahrtkosten senken. Nutze ggf. ein Fahrrad statt ein Auto. Frage ob Du im Home Office arbeiten darfst.
  9. Kredit: Schulde alte Kredite mit hoher Verzinsung auf einen günstigeren um.

Schritt 5: Kosten senken durch beteiligung

Viele Kosten, können mit Mitbewohnern, Freunden und Partnern geteilt werden. Besonders die folgenden Kosten können untereinander aufgeteilt werden, bei denen jeder Beteiligte Geld spart und seine Kosten senkt:

  1. Wohnungsmiete: Wohnst du alleine? Suche dir einen Mitbewohner/in mit dem Du die Kosten der Miete teilen kannst.
  2. Car Sharing: Teile die Fahrtkosten mit Mitfahrern auf oder vermiete das Auto übergangsweise über Car Sharing Portale .
  3. Arbeitszimmer: Auch ein Büro kannst Du als Arbeitszimmer von deiner Steuer absetzen und damit deine privaten Mietkosten senken.
  4. Kochen: Koche gemeinsam mit deinen Nachbarn oder Mitbewohnern und teilt euch die Kosten dafür auf.
  5. Cash Back: Nutze bestimmte Kreditkarten beim Zahlen oder verwende die Payback Karte beim Einkaufen um damit einen Teil der Kosten zurück zu erhalten.
  6. Verkauf und Vermietung von ungenutzten: Du benötigst deinen Beamer oder deine Kamara aktuell nicht? Dann vermiete oder verkaufe Sie an jemanden, der aktuell auf der Suche nach Einer ist.

Schritt 6: Kosten senken durch das richtige maß

Gerade wenn es Mengenrabatt gibt oder Etwas stark vergünstigt angeboten wird, sind wir häufig dazu geneigt, in großen Mengen einzukaufen. Und das, obwohl wir es niemals aufbrauchen können. Daher macht es Sinn, sich vor dem  günstigen Kauf zu überlegen, ob es wirklich in der Menge notwendig ist und ob nicht zunächst ein Stück ausreicht.

Beispiele:

  1. Günstiger Kauf von Software Volumenlizenzen
  2. Verpackte Lebensmittel in großer Menge für nur 1 Person
  3. Kaufe 2 erhalte 3 Angebote

Schlusswort

Auch wenn es Spaß macht, Geld auszugeben und neue Dinge einzukaufen, ist es gerade für Unternehmer essenziell sich fortlaufend mit den Ausgaben zu beschäftigen. Nur so kann der Kostenapparat langfristig unter Kontrolle gebracht werden und Insolvenzen vermieden werden.

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